Die Aktfotografie bewegt sich immer auf einem schmalen Grat zwischen Kunst und Pornografie. Eine Möglichkeit, das Gleichgewicht zur Seite der Kunst zu bewegen ist der verdeckte Akt oder die Dessousfotografie. Durch das Verhüllen der Geschlechtsmerkmale werden die Fotos dabei sozusagen “entschärft”. Bei diesem Bild ich diesen Weg gegangen. Darüber hinaus stellen schöne Dessous auch einen Blickfang dar.
Für mein Model war dies ihr erstes Akt-Shooting, da wir vorher schon miteinander gearbeitet hatten und uns auch schon persönlich gut kannten stellte dies jedoch kein Problem dar. Das Shooting fand in meiner Wohnung statt, so daß der zur Verfügung stehende Platz stark eingeschränkt war. Zudem mussten störende Bildelemente aus dem Bild heraus gehalten werden. Daher wählte ich die Froschperspektive mit Blick nach oben. Um dem Betrachter den Anblick der Zimmerdecke zu ersparen nutzte ich ein sehr weit geöffnete Blende um die Schärfentiefe abzumildern. So verschwimmt die Decke und der Fokus lässt sich genauer setzen. In diesem Fall wurde der Fokus auf den Po als hauptsächlichen Bildmittelpunkt gesetzt. Um nicht nur nackte Haut zu präsentieren und einen Kontrastpunkt zu setzen wurde als Dessous ein knapper schwarzer Tanga mit Spitze gewählt. Durch die Spitze hindurch scheinende Haut lässt die Struktur der Spitze deutlich erkennbar werden. Dies diente mir auch beim manuellen Fokussieren als Anhaltspunkt. Bei der Komposition legte ich großen Wert auf klare Linien, so bilden ihre Arme eine Diagonale durch das Bild, die von einer weiteren Diagonale, gebildet aus den dunklen Kontrasten Haar und Slip, gekreuzt wird. Die Beleuchtung erfolte mit einem Studiostrahler in Höhe der Hüfte indirekt gegen die Decke. So wurde durch die Indirekte Beleuchtung der Raum sanft aufgehellt und durch seitliche Abstrahlungen der Leuchte entsteht ein Lichtpunkt an ihrer Seite. Diese Überstrahlungs ins Weiß bildet mit dem durch Schatten strukturlosen Schwarz der Haare einen weiteren Kontrast im Bild. Der über der Hüfte liegende Ausgangspunkt des Lichts und die Strahlrichtung gen Decke samt indirekter Zurückstrahlung lassen den Intimbereich in den Schatten fallen, eine weitere “Entschärfung” des Bildes. Eine weitere Leuchte, ein Baustrahler, ebenfalls indirekt die Decke anleuchtend veränderte die Lichtfarbe in eine wärmere Lichttemperatur.
Dieses Bild stellt das Ergebnis eines durchaus gelungenen Shootings dar. Aus den widerigen Bedingungen eines kleinen Wohnzimmers wurde durch entsprechende Komposition das Optimum heraus geholt. Zum Schluß noch ein paar technische Eckdaten.
Kamera: Canon EOS 300D
Objektiv: Pentacon 50mm/1.8
Blende: 1.8 (an der Kamera um zwei Blendenstufen gemindert)
ISO: 100
Belichtungszeit: 1/50
Aufnahmemodus: RAW ohne Blitz
