Panoramafotografie 2: Stitchen mit Hugin

06 05 2007

In diesem zweiten Artikel zur Panoramafotografie erläutere ich den Weg, wie man aus einer Reihe von Einzelbildern eines Rundumblicks mit der Freeware Hugin und ein paar zusätzlichen Erweiterungen am PC ein Panoramabild erstellt.

 

Installation
Zunächst mal die Installation der Software, die bei Sourceforge heruntergeladen werden kann. Die aktuelle Version ist 0.7 Beta4, verfügbar für Windows und Linux, leider nicht für den MAC. Zur Arbeitserleichterung gibt es zwei Zusatzprogramme, die einem das Finden and Anlegen von Schnittpunkten abnehmen, ich habe mich nach einem Test für Autopano-Sift entschieden, da es die besseren Ergebnisse lieferte. Zur Optimierung der Bildübergänge hatte ich die bislang besten Ergebnisse mit PTblender, das Hugin schon beiliegt, für das Zusammensetzen verwendet Hugin das Tool nona, mit welchem ich nicht zufrieden war, daher musste ich noch PTstitcher bekommen, dieses gibt es als Teil der Panorama-Tools zum Download.
Ist nun alles heruntergeladen geht es an die Installation. Zunächst wird Autopano-Sift über den Installer in ein gewünschtes Verzeichnis installier. Für dieses Tool war das bis auf die Konfiguration in Hugin schon alles. Nun muss Hugin in ein Programmverzeichnis entpackt werden, eine Installation ist nicht notwendig. Nun kommt der schwierigste Teil der Installation, das Einbinden der Panorama Tools. Zunächst muss das heruntergeladene Archiv entpackt werden, am besten auf dem Desktop, um die Übersicht nicht verlieren. Die hier im Unterverzeichnis "Helpers" enthaltenen .exe Dateien können jetzt in den Unterordner "panotools" des Hugin-Programmordners kopiert werden, aber ohne bestehende Dateien (ptoptimizer.exe) zu überschreiben. Als nächstes muss die im Archiv enthaltene "pano12.dll" in den Ordner "system32" im Windows-Ordner geschoben werden. Damit wäre die Installation beendet.

Konfiguration
Zur Konfiguration von Hugin wird nach Programmstart der Menüpunkt "Datei/Einstellungen" ausgewählt, es öffnet sich das Einstellungsfenster. Die meisten Einstellungen können übernommen werden, unter "Verschiedenes" kann die Sprache eingestellt werden, unter Autopano kommen die Einstellungen für das gewünschte Tool. Unter "Autopano wählen" wird das Tool "Autopano-SIFT" gewählt und mit Aktivierung des Kästchens "Alternatives Autopano-SIFT Programm verwenden" bereitgestellt. Über den "Auswählen"-Button darunter wird der Pfad zum Programm ausgewählt, der sollte von der Installation her noch bekannt sein. Die Argumente müssen nicht geändert werden.
Unter dem Reiter "Enblend" verstecken sich die Einstellungen, die für die Verwendung von PTblender angepast werden müssen. Nach Aktivierung des Kästchens "Alternatives enblend Programm verwenden" wird die Möglichkeit, über den Auswahl-Button den Pfad zum TPblender zu wählen freigegeben. PTblender befindet sich im Unterordner "panotools" des Hugin-Verzeichnisses, in das auch PTstitcher kopiert wurde. Weitere Optionen müssen in den Einstellungen nicht angepasst werden. Die restlichen Einstellungen werden bei der Erstellung des Panoramas angepasst. Hierbei kann es auch mal vorkommen, dass nach dem Pfad zu PTblender oder PTstitcher gefragt wird, diesen sollte man sich also gut merken.

Erstellen eines Panoramas
Als erstes werden die erstellten Bilder in das Programm geladen. Dies geht am besten über den "Bilder laden"-Button unter dem Reiter "Assistent". Es öffnet sich das Datei-Auswahl-Fenster von Windows, über welches man zu den Ausgangsbildern navigieren und diese auswählen kann. Nach dem Auswählen der Bilder braucht Hugin noch Angaben zum verwendeten Objektiv. Zum einen wird die Brennweite benötigt, zum anderen der Brennweiten-Verlängerungsfaktor. Dieser ist bei analogen Aufnahmen 1, bei digitalen Kameras ist er in der Regel in der Bedienungsanleitung zu finden.
Als nächstes lädt Hugin die Bilder und übergibt sie an Autopano-SIFT, es öffnet sich ein Einstellfenster für diese Komponente, in welchem jedoch nichts verändert werden muss. Andere Werte als die vorkonfigurierten führten bei mir zu einer Überlastung des Rechners und zum Absturz des Programms. Durch Anklicken des Buttons "Compute" beginnt Autopano die Überlappungspunkte zu berechnen, hierfür öffnet sich ein Fortschrittsfenster. Ist die Berechnung beendet muss hier nur auf OK geklickt werde, das Fenster schliesst sich, das Autopano-Fenster kann nun auch geschlossen werden. Hugin erhält nun die Koordinaten der berechneten Punkte und öffnet ein Vorschau-Fenster. In diesem kann über einen Mausklick der Mittelpunkt des Bildes festgelegt werden. Der Horizont lässt sich über den Menüpunkt "Ausrichten" angleichen. Die Überblendungen sind hier noch nicht berechnet. Dieses Fenster ist auch über die Programmnavigation aufrufbar, zur Kontrolle nachträglicher Änderungen. Die Anpassungen sind über die Reiter von Hugin möglich, wirklich relevant sind hier jedoch nur die Reiter "Kontrollpunkte", "Optimieren" und "Zusammenfügen". Im Reiter "Kontrollpunkte" können die von Autopano berechneten Punkte auf Passgenauigkeit kontrolliert und gegebenenfalls nachjustiert werden. Nach meiner Erfahrung ist dies jedoch nicht notwendig. Im Reiter "Optimieren" empfiehlt es sich, die Option "Alles" zu wählen und die Bilder opmieren zu lassen. Eventuelle Fehlermeldungen können getrost ignoriert werden. Die wirklich wichtigen Einstellungen befinden sich unter dem Reiter "Zusammenfügen". Hier ist zunächst die Projektionsart "Panorama" zu wählen und der Blickwinkel, horizontal und vertikal, wobei vertikal meistens schon vorgegeben ist. Ansonsten hilft hier nur ein Blick in die Daten des Objektivs. Zusammengefügt wird mit angepassten Werten über den Stitcher PTStitcher, eine Neuberechnung der optimalen Bildgröße macht meistens Sinn, wenn alle Einstellungen gewählt sind. Als Interpolation empfiehlt sich bikubisch, die Belichtungskorrektur sollte für Helligkeit und Farbe durchgeführt werden und für schnelle Umrechnung ist der Wert "medium" qualitativ besser. Unter Ausgabedateioptionen kann das gewünschte Format gewählt werden, die besten Erfahrungen hab ich mit JPG und TIFF gemacht, bei Ebenen liessen die Überblendungen schwer zu wünschen übrig. Diese Einstellungen können im Beispiel-Screenshot abgelesen werden. Vor dem endgültigen Zusammenfügen empfehle ich noch einen Optimierungsdurchgang. Ein Klick auf den Button "Jetzt zusammenfügen!" startet die Panoramaerstellung, die durchaus längere Zeit in Anspruch nehmen kann, je nach Größe der Ausgangsdaten. Das hier gezeigte Beispiel mit 15700x3371 Pixeln benötigte 125 Minuten zur Berechnung, in denen der Rechner über längere Zeit komplett blockiert war. Leider zeigt PTBlender in den Lichtern, also bei Spiegelungen und im Himmel noch Probleme in Form von Farbverschiebungen, die nachträglich noch beseitigt werden müssen, mit ein wenig Übung ist das jedoch ein leichtes.


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