Geo-Tagging

Lichtjäger

Geo-Tagging

28 07 2009

Um meine Bilder zukünftig für Fotolocations leichter verorten zu können habe ich mir vor einigen Wochen einen einfachen GPS-Logger zugelegt. Die Wahl viel nach einigen Vergleichen auf das preiswerte Gerät von RoyalTek, den RGM3800. Mit der passenden Software bin ich nun in der Lage, meine Bilder auch in großer Menge mit Koordinaten und Ortsdaten zu versehen. Darüber hinaus stehen mir auch Daten zur Verfügung, mit deren Hilfe ich die im Urlaub zurückgelegten Strecken und besuchten Orte einfach wieder auffinden kann. Welcher Mittel ich mich dabei bediene und welche Erfahrungen ich bislang gemacht beschreibe ich im folgenden.

 

GPS-Logger

Zunächst gehe ich mal auf die Hardware ein. Entschieden habe ich mich für den RGM3800 von RoyalTek. Die gründe für diese Entscheidung sind vielschichtig. Da das Geld für solche Spielzeuge doch recht knapp bemessen ist habe ich nach einfachen preiswerten Geräten gesucht. Der RoyalTec kam mir dabei in den verschiedenen Suchen eigentlich immer in den Weg. So hab ich mich in verschiedenen Verbraucherportalen und auch sonst im Web kundig gemacht. Bei SkyBert fand ich eine sehr gute Beschreibung des Gerätes. Neben einem guten Chip, dem SIRF3 (SiRF Star III) verfügt das Gerät mit einer maximalen Kapazität von bis zu 650.000 Wegpunkten (je nach Konfiguration) über einen mehr als ausreichenden Speicher. Von Seiten der Empfangsqualität und des Speichers stand der Benutzung im anstehenden Fahrrad-Urlaub in den Niederlanden nichts im Wege. Weiterer Vorteil ist, daß durch die Benutzung von Standard-Batterien (Micro oder auch AAA) die zeitliche Reichweite nahezu endlos ist. Während andere Garäte eingebaute Akkus besitzen, die oftmals per USB aufgeladen werden müssen sind hier nur die Batterien zu wechseln. Der Preis von 59,- € war auch als recht unschlagbar zu sehen.

Unter diesen Voraussetzungen ging nach der Bestellung bei Amazon gleich ans Testen.Doch die ersten Tests verliefen eher enttäuschend. Zunächst brauchte das Gerät hier im Stadtbereich extrem lange für einen Empfang, teilweise suchte er eine halbe Stunde lang ohne Erfolg.Schuld sind hierfür wahrscheinlich die zu engen Strassenschluchten, die schlicht "den freien Blick" zu Sateliten verdecken. Darüber hinaus war die Qualität der Aufzeichnungen sehr ungenau, Abweichung von über 100 Metern waren keine Seltenheit. Erst ein Spaziergang durch die Rehberge zeigte mir, dass er auch anders kann. Bei relativ freier Sicht ist der Empfang tatsächlich gut und genau. Doch dann kam der nächste Mangel. Die versprochenen Laufzeiten entsprachen nicht den geleisteten. Bereits nach recht kurzer Zeit schaltete sich das Gerät ab. Dies zeigte sich auch im Urlaub, so dass ich auf Batterien gleichen Typs zurückgriff, was die Laufzeiten deutlich optimierte. Hätte ich zu dem Zeitpunkt schon die Informationen zur Verfügung gehabt, die jetzt in den Kommentaren bei blumenstrasse, wäre ich diesem Schlamassel aus dem Weg gegangen und hätte meine Akkus geschont. Denn der RGM ist ein Akku-Fresser, er braucht sie nicht nur in kürzester Zeit auf, er verbraucht sie durch Tiefentladung für immer und ewig. Jetzt weiß ich auch, warum sie nach wenigen Minuten angeblich schon wieder geladen sind ...

Insgesamt ein gutes Gerät, das jedoch im Stadtbereich lange braucht, um einen guten Empfang zu erhalten und möglichst nicht mit Akkus betrieben werden sollte.

Tracks auslesen

Das Auslesen der Tracks und die Konfiguration des Gerätes erfolgt über die mitgelieferte Software samt Treiber. Die beim Gerät beiliegende CD enthielt jedoch nicht die aktuellste Version, dass ich auf der Seite des Herstellers danach suchte. Gefunden habe ich die Software, aktuelle Treiber und Firmware-Updates.Ein Firmware-Update macht immer Sinn, da hier Mängel beseitigt werden, ebenso, falls notwendig ein Treiberupdate. Die aktuelle Software versprach jedoch mehr als sie hielt. die in Kombination mit der aktuellen Firmware angeblich möglichen erweiterten Konfigurationsmöglichkeiten stehen nicht zur Verfügung. Im Gegenteil, eine Konfiguration ist mit ihr gar nicht möglich, so dass ich weiterhin die alte Version nutze. Das Speichern der Tracks ist einfach, Nach Einschalten des Gerätes und Starten der Software liest die Software sofort die Informationen zu den Tracks aus. Diese können einfach in eine in der Konfiguration festgelegtes Verzeichnis gelegt werden. Abgespeichert werder sie im NMEA-Format.

Tracks anzeigen

Für die Anzeige der Tracks auf einer Karte, Nachbearbeitung Korrektur sowie für die Umwandlung in andere GPS-Formate nutze ich die kostenlose Software RouteCoverter. Die Tracks lassen leicht öffnen und auf verschiedenen Karten (Google und OSM) darstellen. Die im Track enthaltenen Punkte werden aufgelistet und können einzelnen zur Korrektur angewählt werden. Es können auch Punkte eingefügt oder komplett neue Tracks erstellt werden. Darüber hinaus bietet RouteConverter die Möglichkeit, die Tracks automatisiert in Strassen-Routen umzuwandeln. Sie ist also auch für Routenplanungen nutzbar.

Bilder mit Koordinaten versehen und mit IPTC-Daten befüllen

Um die während einer Tour gemachten Bilder mit den Koordinaten und weiteren Daten zu verknüpfen nutze ich das ebenfalls kostenlsoe Programm GeoSetter. Im Gegensatz zu anderen Produkten geht es noch rechtsparsam mit dem Arbeitsspeicher um, jedoch sollten auch hier nicht zu viele Bilder gleichzeitig bearbeitet werden. Die Übernahme der Koordinaten erfolgt per Knopdruck, dabei können gleich mehrere Verzeichnisse mit Bildern mit mehreren Tracks gleichzeitig abgeglichen werden. Die anhand der Uhrzeiten ermittelten Positionen können anschliessend auf der Karte nachgebessert werden. Hier sind auch wieder die Karten von Google und OSM verfügbar. Automatisiert können dann für die Bilder anhand der Koordinaten die Standorte ermittelt werden. Dabei wird auf die Daten von GeoNames zugegriffen. Neben den reinen Geo-Daten kann GeoSetter auch einen großen teil der EXIF- und IPTC-Daten setzen, so zum Beispiel Angaben zum Urheber und Bildbeschreibung, -titel und -kategorien sowie Schlagworte (Tags). Wichtig sind diese Daten bei einer möglichen Vermarktung von Bildern über Bildagenturen, da hier diese Daten vorausgesetzt werden. Praktisch sind sie, wenn das eigene Galerie-Tool in der Lage ist sie auszulesen und für die Web-Galerie zu nutzen. Oder für die kommende Uploadfunktion bei Fotolocations. Alle daten oder auch Teilmengen können einfach auf andere Bilder übertragen oder als Vorlagen gespeichert werden. Diese Vorlagen können später bei anderen Bildern eingelesen werden und erleichtern die Verarbeitung. Zusätzlich unterstützt GeoSetter die Versionierung, indem die daten von Bildern gleichen Datenamens per Knopfdruck abgeglichen werden können. So können verschiedene Versionen eines Bilders später aktualisiert werden, indem nur eine Version mit neuen Daten versehen werden muss. Der Rest erfolgt über die Software.So kann für die Berabeitung der Bild-Meta-Daten eine kleine speicherplatzsparende Version verwendet werden, alle anderen Versionen erben diese Daten; die Bearbeitung erfolgt durch die kleine Dateigröße der Arbeitsversion deutlich schneller.


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